Stuft Google Links aus Gastbeiträgen als „unnatürlich“ ein?

Websitebetreibern und Branchenkennern ist es bereits hinlänglich bekannt: Backlinks sind Trumpf – aber nur, wenn sie auf organische Weise entstanden sind. Stuft Google den Backlinkaufbau als unnatürlich ein, verhängt es Sanktionen. Bislang galten Links aus Gastartikel als adäquate Methode für den organischen Backlinkaufbau. Allerdings hat Google Mitarbeiter John Müller mit seinem Statement zu Gastartikeln im Frühjahr für ein Raunen in der Branche gesorgt. Worum es dabei geht? Wir zeigen es Ihnen!

Was sind Gastbeiträge?

Sie sind ein echter Experte auf Ihrem Gebiet? Dann haben Sie die besten Voraussetzungen, um Ihr Fachwissen zu teilen. In der Vergangenheit hat sich, in Bezug auf den Backlinkaufbau, die Methode von „Gastbeiträgen“ etabliert: Als Autor schreibt man einen Artikel für einen Gast-Blog, welcher wiederum einen Link auf die eigene Seite setzt – eine häufig angewandte Technik zum Linkaufbau mit guter Wirkung, sofern der Link von einer thematisch passenden und hochwertigen Seite stammt. So dachten wir – und auch führende Experten der Branche – bislang.

Woher kommen die Zweifel an der beliebten Methode?

Im April 2021 äußerte sich John Müller, Mitarbeiter von Google, zum Thema „Backlinks aus Gastbeiträgen“ im Rahmen eines Webmaster-Hangouts.

Hier sagt er eingangs, dass Google diese Links als unnatürlich einstuft und empfiehlt, für solche Verlinkungen das Linkattribut „Nofollow“ zu verwenden – und stellt damit eine gängige Methode des Backlinkaufbaus in Frage.

Zum Hintergrund: Die Linkattribute „Dofollow “ und „NoFollow“ stellen Anweisungen für die Suchmaschine innerhalb des HTML-Codes dar. Sie sorgen dafür, dass ein Link zur Beurteilung der Linkpopularität herangezogen wird (DoFollow) oder eben nicht („NoFollow“). Bei Verwendung des Linkattributs „NoFollow“, folgt Google dem Link nicht – und das bedeutet im Umkehrschluss: Der Link erfährt, in Bezug auf das Suchmaschinenranking, keine Honorierung.

John Müller schwächt seinen eingangs erwähnten Satz im Laufe des Hangouts ein wenig ab und gibt zu verstehen, dass vermutlich nicht mit Sanktionen zu rechnen ist, wenn die Methode selten angewendet wird. Wer diese Methode nicht zu häufig anwendet – John Müller spricht von etwa ein Mal pro Monat – sollte sich keine Sorgen machen müssen. Grundsätzlich findet er es gut, über Links User zu Seiten zu leiten, auf denen sie thematisch passende weiterführende Infos finden.

Generell geht es Google darum, dass diese Methode des Linkaufbaus nicht missbräuchlich anzuwenden ist, um den Backlinkaufbau und damit das Ranking „künstlich“ voranzutreiben. Das schlägt in die altbekannte Richtung, die wir bereits von Google kennen: Das Backlinkportfolio muss organisch gewachsen sein, um seine volle Wirkung zu entfalten – und das geschieht bekanntlich nicht von heute auf morgen.

Bei der Erstellung von Gastbeiträgen im großen Stil empfiehlt er jedoch klar, dass die Links auf „NoFollow“ gesetzt werden – sonst könnte Google im schlimmsten Fall eine manuelle Sanktion verhängen, so wie wir es von anderen, nicht-organischen Backlinkmaßnahmen kennen.

Im Prinzip ist das Webmaster-Hangout mit John Müller eine Fortsetzung um die bereits im Jahr 2014 entstandene Debatte über Gastbeiträge, die Matt Cutts, ebenfalls Google-Mitarbeiter, ins Leben gerufen hat. Hintergrund war ein Unternehmen, welches E-Mail-Adressen aus Websites extrahierte, um mit diesen automatisiert Gastbeiträge zu erstellen – eine Maßnahme, die Google ganz und gar nicht gefiel und klar gegen die Richtlinien des organischen Linkaufbaus verstieß.

Gastbeiträge: Jetzt lieber ganz sein lassen?

Nachdem nun viele Agenturen, SEO-ler und Websitebetreiber verunsichert sein dürften, hier unsere Handlungsempfehlung:

Auch wenn Google Links aus Gastbeiträgen keine große Bedeutung mehr beimisst und sie nicht auf das Ranking auswirken, haben sie dennoch einen wichtigen Mehrwert für die User.

Gastbeiträge unterstützen dabei, den eigenen Blog bzw. die eigene Marke zu etablieren – und genau hierin liegt der eigentliche Wert von Gastartikeln:

Selbst wenn die Verlinkungen auf „NoFollow“ gesetzt werden und damit nicht zum Backlinkprofil beitragen, so bieten Sie doch Usern eine wichtige Anlaufstelle, um sich weiterführend themenbezogen zu informieren – und bilden so eine wichtige Basis, um für die verlinkte Seite zu mehr Sichtbarkeit und damit Traffic zu gelangen.

Fazit

Schreiben Sie Gastartikel rein um des Backlinks willen, lohnt sich der Aufwand nicht. Um die Off-Page-Optimierung voranzutreiben, gibt es andere wirksame Maßnahmen.

Wichtig ist das Zusammenspiel von Onpage– und Offpage-Maßnahmen, um langfristig die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Der Backlinkaufbau ist keine einmalige Tätigkeit, sondern erfordert ein fortwährendes Zutun und das Auseinandersetzen mit den „Spielregeln“, die Google im Rahmen von regelmäßigen Updates vorgibt. Grundsätzlich gilt: “Gut Ding will Weile haben“ – und das gilt ganz insbesondere für den organischen Backlinkaufbau.

Übrigens: Mit unserem Backlinkchecker können Sie Ihr Linkportfolio ganz unkompliziert auf den Prüfstand stellen – eine Tätigkeit, die Websitebetreiber regelmäßig durchführen sollten. Eruieren Sie, woher Ihre bisherigen Backlinks stammen – und bitten dann gegebenenfalls darum, die Links auf „NoFollow“ zu setzen oder den Link gänzlich zu entfernen, um das Backlinkprofil zu stärken.

backlinktest.com (Maik)

Mitgründer von Backlinktest.com - DEM Backlinkchecker :-)

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