SEO Rückblick 2019 – Qualität in Content und Technik ist Trumpf

Bald ist wieder Weihnachten und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Eine gute Zeit, um eine Rückschau auf das vergangene Jahr zu wagen. Was brachte uns 2019 im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung? Wie beeinflusste Google als größte und meistgenutzte Suchmaschine der Welt die SEO im Jahr 2019?

An Schlagworten wie Content is King, Mobile First und BERT kam auch in diesem Jahr kein Suchmaschinenoptimierer vorbei. Die Suche im World Web Web verändert sich. Nicht nur, weil Suchmaschinen wie Google immer wieder Updates fahren, sondern auch, weil die Menschen anders suchen. Sie bewegen sich mobil, sie suchen gezielter nach Produkten und Bildern und Sie suchen nach Qualität, sowohl bei den Informationen als auch bei der Optik und Bedienbarkeit von Webseiten. Wir haben die wichtigsten Google-Updates des Jahres 2019 für Sie zusammengefasst und ziehen eine Bilanz. In unserem Beitrag zu den SEO-Trends 2020 arbeiten wir dann die wichtigsten Punkte für die Suchmaschinenoptimierung im nächsten Jahr heraus. Einige der hier vorgestellten SEO-Entwicklungen des Jahres 2019 werden uns auch ganz sicher als SEO Trends für 2020 weiter begleiten.

Wer oder was ist eigentlich dieser BERT?

Mit BERT hat Google im Jahr 2019 das bisher größte Update der letzten fünf Jahre gebracht. Doch was bedeutet BERT für die Suchmaschinenoptimierung? Müssen wir die SEO jetzt neu denken? Nein, keine Angst, auch BERT bringt die Welt der Suchmaschinenoptimierung nicht komplett durcheinander. Die Algorithmus-Änderung durch BERT ist vor allem eine wesentliche Verbesserung der KI bei der Interpretation und Analyse von Sprache. Nicht mehr jedes Wort wird separat gedeutet, sondern die Wörter werden in ihrem Kontext analysiert und zueinander in Beziehung gesetzt. Google kann unsere Sprache, seit kurzem auch die deutsche, nun noch besser verstehen.

Das ist vor allem im Hinblick auf Long-Tail-Keywords, die in den letzten Jahren von vielen Suchmaschinenoptimierern als Schlüssel für ein besseres Ranking in stark konkurrierenden Bereichen gesehen wurden, wichtig. Wir haben schon in den SEO-Trends für 2019 davon abgeraten, die Texte mit „Keyword-Bomben“ und vor allem mit oftmals recht sinnfrei aneinandergereihten Wörtern als Long-Tail-Keywords ohne Präpositionen und sinnvolle Positionierung bzw. Abfolge der Wörter auszustatten. Google bestätigt uns das nun. Durch BERT ist es Google nun möglich, auch Präpositionen und Positionierungen von Wörtern besser zu verstehen.

Die Abkürzung BERT steht für „Bidirectional Encoder Representations from Transformers“ und basiert auf Natural Language Processing und neuronalen Netzen. Für Long Tail Keywords bedeutet das bessere Verständnis von Googles KI für den Zusammenhang von Wörtern und vor allem für Präpositionen, dass die Suchenden nun bessere und relevantere Suchergebnisse angezeigt bekommen. Menschen haben ihr Suchverhalten an die Maschinen-KI der letzten Jahre angepasst und suchen nach Keyword-Aneinanderreihungen, um die besten Ergebnisse zu bekommen. Natürlicherweise aber stellen wir Fragen, die in ganzen Sätzen formuliert sind. Das wird vor allem im Hinblick auf Voice-Search, die in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürfte, deutlich.

BERT -Beispiel für eine Suchanfrage

Google hat selbst Beispiele für das veränderte Verständnis durch BERT gebracht. Bei der Frage „Can you get medicine for someone pharmacy“ hat die Suchmaschine bisher nur die beiden Worte medicine und pharmacy verarbeitet. Mit Bert nun versteht Google, dass es sich um eine rechtliche Frage handelt, da die bisher ignorierten, aber für relevante Ergebnisse wichtigen Wörter, miterkannt und in den Sinnzusammenhang der Suche eingebettet werden.


Quelle: Google

Vielleicht kennen Sie das bei Ihren bisherigen Suchanfragen auch: Sie suchen nach „Was war 2019 bei der SEO nicht mehr wichtig“. Google aber zeigt Ihnen nur die Ergebnisse für diejenigen Texte an, die sich damit beschäftigen, was wichtig war. Mit Glück steht auch dabei, was nicht mehr wichtig ist, aber dafür müssen Sie sich erst durch den ganzen Beitrag lesen. Nun aber ignoriert Google das Wörtchen „nicht“ nicht mehr und liefert passendere Suchergebnisse aus.

Ein weiteres Beispiel, was Sie vielleicht kennen, sind Richtungsangaben. Suchten Sie früher nach einem Flug von Leipzig nach Mailand, dann haben Sie oft auch Ergebnisse und Übersichten, die Ihnen Flüge präsentieren, die von Mailand nach Leipzig fliegen. Googlen Sie jetzt einmal! Sie werden bemerken, dass nur noch Flüge von Leipzig nach Mailand angezeigt werden, genauso wie Sie es gesucht haben.

Neuerungen für Newsanbieter – die Konkurrenz schläft nie

Im Jahr 2019 hat Google hinsichtlich der SEO und das Ranking für Newsartikel sehr viel getan. Da gab es das Update zum Original Content, das Freshness Update bei Featured Snippets und die zunehmende Bedeutung von Google Discover. Erst im Dezember 2019 kam noch das Google News Update hinzu. Was bedeuten die Updates für Anbieter von Newsseiten und das Ranking von News aus allen Bereichen unseres Lebens?

Google Discover

Google Discover ist vor allem eine Funktion, die man auf mobilen Endgeräten wie dem Smartphone findet. Das Feature ist nichts weiter als eine Weiterentwicklung des Google Feeds und wurde gleich zu Beginn diesen Jahres in Deutschland ausgerollt. In der Google App werden auf der Startseite News und Themen angezeigt, die Sie besonders interessieren könnten. Die Möglichkeit per Google Discover mehr Traffic zu bekommen, ist groß. Die Inhalte dort werden nach einem Algorithmus angezeigt. Dieser untersucht, ob die Inhalte Ihres Angebotes (ein Produkt, ein Newsartikel, ein Ratgeber) zu dem bisherigen Suchverhalten des Nutzers passen. Um in Google Discover potentiell angezeigt zu werden, müssen Ihre Inhalte indexiert sein und den Richtlinien von Google entsprechen. Dabei sind nicht nur Text, sondern auch hochauflösende, qualitativ hochwertige und aussagekräftige Bilder notwendig. Besondere Tags oder strukturierte Daten sollen dafür nicht wichtig sein, aber ganz sicher weiß man das bei Google ja nie.

Freshness Update

Auch das Freshness Update für Featured Snippets, welches Google im August 2019 bestätigte, zielt auf News. Es kann aber in einigen Fällen auch Auswirkungen auf andere Webseiten wie Shops oder Ratgeberseiten haben. Was macht Google mit dem Freshness Update? Es ist ganz einfach: Hier bevorzugt Google Seiten und Beiträge, die besonders aktuell sind. Es ist wahrscheinlich, dass bei der Suche nach den neuesten Trends im Backlinkaufbau oder der internen Verlinkung, die Chance für Content steigt, der besonders aktuell ist, ein Featured Snippet zu erhalten. Die Featured Snippets werden immer wichtiger, da man sich damit von der Masse der Suchanfragen abheben kann. Es kommt also darauf an, nicht nur qualitativ hochwertige Inhalte als Evergreen-Content immer parat zu haben, sondern diese auch zu aktualisieren und zu überarbeiten.

Original Content

Das Original Update vom November 2019 hebt die Bedeutung des allerersten Beitrages zu einem Thema hervor. Spätere Artikel, die sich darauf beziehen, ja sogar noch mehr Informationen liefern, werden nicht so gut gerankt wie der Original Content. Hat eine kleine Newsseite also zum Beispiel die erste News zum Starttermin eines neuen Filmes oder eines neuen Ausbauprojektes geschrieben, dann kann es sein, dass sie sogar vor bekannten Newsseiten wie Serienjunkies oder Heise rankt. Für normale Webseiten ist das Original Update aber nicht so wichtig,

Google News Update

Das Google News Update vor einigen Wochen öffnet die potentielle, präsente Darstellung von Schlagzeilen in den Suchergebnissen (SERPS). Musste man sich für diese besondere Darstellung in der Vergangenheit noch freischalten lassen, sorgt nun ein Algorithmus für die Aufnahme in diese Form der Darstellung. Damit wird die prominente Platzierung in den Top-News nun genauso mit einer künstlichen Intelligenz ausgesucht, wie bei allen anderen Inhalten auch. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass die vorherigen Auswahlkriterien wie Anzahl der News am Tag, Anzahl der Redakteure und die Newsseite an sich auch weiterhin in die Entscheidung zur prominenten Anzeige einfließen.


Quelle: Google-Suche nach „neuer trailer ownard“ 17.12.2019

Bilder SEO – 2019 wichtiger denn je

Im Jahr 2019 zeigte sich auch, dass die Bildersuche immer wichtiger wird. Dabei geht es nicht nur um Pinterest-Suchergebnisse, die immer häufiger auftauchen, sondern auch um Bilder in Blogartikeln, in News und Produktbilder. Gerade Produktbilder wurden in diesem Jahr immer häufiger in der Bildersuche ausgespielt. Die Optimierung von Bildern für die Suchmaschine ist und bleibt ein großes Thema in der SEO.

Google Jobs – mit Google zum neuen Mitarbeiter

Im Mai 2019 kam ein weiteres Update von Google: Google Jobs. Der neue Algorithmus der Suchmaschine für Stellenanzeigen reagiert auf die vermehrte Suche nach Stellen über Google. Die KI durchsucht dafür Unternehmensseiten, Jobportale, Karriereseiten und so weiter nach Stellenanzeigen und zeigt diese dann in Enriched Search Results an. Das sieht dann so aus wie in der Abbildung:


Quelle: Google Suche „SEO Job in Leipzig“ am 17.12.2019

Um mit Ihrer Stellenanzeige so präsent dargestellt zu werden, sind strukturierte Daten auf Ihrer Webseite notwendig. Sie kennzeichnen also Ihre Stellenangebote mit Structured Data mit Kennzeichen, die Ihren Inhalt eindeutig als Stellenanzeige taggen. Das können Jobtitel, die genaue Tätigkeit, der Einsatzort, das Unternehmen und viele weitere Daten sein. Rezeptseiten zum Beispiel machen dies schon lange.

Technische SEO Veränderungen im Jahr 2019

Natürlich sind auch im Jahr 2019 wieder einige technische Faktoren Bestandteil von Google Updates gewesen. Zum einen ist es die Mobile-First-Prämisse. Sie war schon im Jahr 2018 Thema und wird nun seit Juli 2019 auch konkret von Google bei der Indexierung umgesetzt. Eine voll funktionsfähige und in Darstellung und Usability auf mobile Endgeräte optimierte Webseite, ist und bleibt ein zentraler Bestandteil, um Menschen auf Ihre Inhalte aufmerksam zu machen und von Google und anderen Suchmaschinen auch in den SERPS berücksichtigt zu werden.

Es wird immer wichtiger, darauf zu achten, dass kein Mixed Content auf der Webseite vorhanden ist. Denn die Indexierung dieser Inhalte, zum Beispiel ein Bild, welches noch mit http//: versehen ist, kann dazu führen, dass Ihre gesamte Webseite als unsicher angezeigt wird. Das bedeutet einen starken Traffic-Verlust. Menschen besuchen Ihre Webseite dann nicht bzw. bekommen gleich einen Warnhinweis im Browser angezeigt. Von Ihrer Webseite sehen die Suchenden im ersten Schritt gar nichts.

Javascript und SEO- geht das?

Viele kleine weitere Veränderungen auf technischer Seite sind für manche Webseitenbetreiber, die nicht von Grund auf selbst programmieren, sondern Anbieter wie WordPress, Typo3 oder ganze Shopsysteme verwenden, gar nicht weiter von Relevanz. Dazu gehören zum Beispiel die nicht mehr vorhandene Möglichkeit, über die robots.txt Unterseiten auf No Index zu setzen oder das bessere Verständnis von Google von Javascript. Javascript-Inhalte wurden bisher von Google nur schwer verstanden und entweder nicht, oder nur sehr spät gerendert und indexiert. Daher ist es optimaler, wenn Daten wie Meta-Tags, Index-Tags etc. im nativen HTML hinterlegt werden. So kann die Indexierung präziser planbar werden und schneller voranschreiten. Mit dem besseren Verständnis von Javascript durch Google wird es nun vor allem für Single-Page-Applications, die stark mit Javascript arbeiten, etwas einfacher.

No-Follow-Backlinks

Eine Veränderung in den technischen Details, die bedeutsam ist und endlich mit einem alten Vorurteil aufräumt, ist die No-Follow-Links-Änderung. Google bekennt sich nun eindeutig zu No-Follow-Links. Was wir in unseren umfangreichen Beiträgen zum Linkaufbau schon immer angemerkt haben, ist nun offiziell: Google berücksichtigt auch Links, die einen No-Follow-Tag haben. Sie fließen wie Do-Follow-Links in die Analyse Ihrer Webseiteninhalte mit ein. Eine natürliche Linkstruktur hat immer beide Arten und das sieht auch Google so.

Googles Quality Offensive – Content, User Experience und Usability

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass bei Google der Fokus im Jahr 2019 auf der Qualität lag. Das wird sich wohl auch im nächsten Jahr nicht ändern. Dabei werden alle Bereiche einer Webseite angeschnitten. Nicht nur qualitativ hochwertige, gut strukturierte Texte, auch Bilder und die technischen Grundlagen einer Webseite werden immer wichtiger. Ein großes Augenmerk liegt dabei aber auch auf der User Experience und der Usability von Webseiten. Wollen Sie Menschen für sich und Ihr Angebot begeistern, dann müssen die Webseiten übersichtlich, informativ und intuitiv bedienbar sein. Eine Herausforderung, der Sie sich im neuen Jahr stellen sollten.

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Mitgründer von Backlinktest.com - DEM Backlinkchecker :-)
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