OnPage-SEO: Strukturen und Strategien der internen Verlinkung, Teil 1

Einen wesentlichen Bestandteil der OnPage-Optimierung stellt die interne Verlinkungsstruktur dar, denn auch solche Verlinkungen spielen für die Positionierung in den Suchergebnissen eine – oftmals unterschätzte – Rolle. Viele Webmaster investieren erst einmal Zeit und Mühe in den Aufbau externer Links, dabei ist es effektiver und auch einfacher, erstmal bei der internen Verlinkung zu starten. In diesem und unserem nächsten Blogartikel zeigen wir deshalb, worauf es bei der internen Verlinkungsstruktur ankommt, welche Strategien erfolgreich sind und welche Fehler man tunlichst vermeiden sollte.

Was sind interne Verlinkungen?

Ein interner Link schafft die Verbindung von der Unterseite einer Website zu einer weiteren Unterseite auf derselben Domain. Interne Links ermöglichen Usern also die Navigation auf der eigenen Seite. Sie geben einer Website ihre „Struktur“ und vererben die Bedeutung („Linkjuice“) weiter.

Ein interner Link ist folgendermaßen aufgebaut:
Nach dem geöffneten HTML a-Tag, weist eine Referenzadresse zur eigenen Domain. Daneben ist neben der Angabe des Link-Zieles ein Linktext (Bezeichnung) notwendig, welche auch als „Anchortext“ bezeichnet wird. Dieser Anchortext, auch „Linktext“, gibt dem User einen Anhaltspunkt darauf, wohin der Link führt bzw. welches Thema dort behandelt wird. Auch die Suchmaschine interpretiert an dieser Stelle den Anchortext. Aussagekräftige Linktexte, die relevante Keywords enthalten, helfen demnach nicht nur dem Nutzer den Kern-Content der Zielseite zu ermitteln. Wie allerdings auch bei externen Links, sollten diese nicht zu einseitig gewählt werden und nur immer Keywords enthalten. Eine pauschale Aussage, was „gute“ oder „schlechte“ Linktexte sind ist kaum möglich. Am besten ließe es sich auf die Formel bringen: Was gut und hilfreich für den Nutzer ist, ist optimal…

Die Website-Struktur

Was viele nicht wissen: Die interne Verlinkung beginnt bereits mit der Struktur der Website. Eine Internetseite basiert auf einer Art Baumstruktur: Der Auftritt im Web besteht aus einer Domain, welche über ein Hauptverzeichnis („Root“) verfügt und der weitere Unterverzeichnisse unterstellt sind. Diese Unterverzeichnisse (auch „subfolders“ genannt), beinhalten einzelne HTML-Dokumente. Dabei kommt es auf den Umfang der Internetseite an, wie viele Hierarchie-Ebenen existieren. Die einzelnen Unterseiten sind – für den Seiten-Besucher lediglich durch die wechselnde URL sichtbar – durch Links miteinander verknüpft. Der Suchmaschinen-Bot kennt auf den einzelnen Seiten jeden Link und so ist jede Seite für ihn nur einen Sprung entfernt. Wird von der Startseite aus eine Unterseite verlinkt, welche via Navigationsleiste erst in mehreren Klicks erreichbar wäre, wird die Seite – aus Sicht der Suchmaschine – direkt auf die zweite Ebene gezogen und befindet sich somit auf der Ebene der Hauptnavigation. So kann es dem Website-Betreiber auch passieren, dass alle Seiten, die auf diese Unterseite verlinken, ebenfalls auf die zweite Ebene hochgezogen werden und so die geplante Hierarchie versehentlich „aus den Fugen gerät“. Das wirkt sich schließlich auch negativ auf das SEO aus.

Analyse der Website-Struktur

Doch wie sieht die eigene Website-Struktur eigentlich aus? Mit diesem Aspekt haben sich die meisten Website-Betreiber noch nicht auseinander gesetzt bzw. kennen diese nur aus Sicht des Navigationsmenüs. Um die interne Linkstruktur zu überprüfen und herauszufinden, ob die Struktur „gesund“ ist, gibt es unterschiedliche Tools, wie beispielsweise „Gephi“. Ist die Website sehr umfangreich und umfasst viele Unterseiten, ist es oft nicht ganz einfach die Struktur des Verzeichnisses nachzuvollziehen.

Leitfaden zur Erstellung interner Verlinkungen

Die optimale Seitenstruktur sieht einen hierarchischen Aufbau in Form eines Baumes vor. Dabei ist der Baumwipfel der „Knotenpunkt“, sprich die Startseite. Zwischen den einzelnen Unterseiten sollte es keine Verbindungen geben. Natürlich ist es schwierig, eine solche Struktur in der Realität aufzubauen, denn in diesem Fall könnten User nicht von einer Seite einer Hierarchie-Ebene auf eine weitere Seite dieser Ebene wechseln. Jedoch ist darauf zu achten, dass keine Links zu Seiten gesetzt werden, wo diese nicht unbedingt notwendig sind. Außerdem sind alle Seiten, die ähnlichen Content aufweisen, durch Links miteinander zu verknüpfen.

Wesentliche Keywords sind sowohl in der Navigation, als auch in der Breadcrumb-Navigation und im Anchortext zu verwenden. Je mehr interne Links auf eine Seite verweisen, umso gewichtiger wird diese von der Suchmaschine eingestuft. Das bedeutet konkret: Wird ein neu erstelltes HTML-Dokument von einer „starken“ Seite aus verlinkt, erhält sie quasi einen automatischen „Auftrieb und wird im Ranking besser angesiedelt. Der Fachbegriff für die Vererbung der Seitenkraft ist „Linkjuice“. Für Seiten, die besonders hoch ranken sollen, ist eine gesonderte Navigation zu erstellen.

Unser Tipp: Nützlich ist das Anlegen einer XML-Sitemap. Diese steigert die Wahrscheinlichkeit, dass alle Unterseiten der Website (schneller) von der Suchmaschine indiziert werden, die sonst möglicherweise beim Crawling unentdeckt geblieben wären. XML-Sitemaps sind vor allem bei dynamischen Inhalten sinnvoll, bei Seiten, die für die Suchmaschine nicht einfach zu crawlen sind und solchen, die neu hinzugefügt wurden. Auch für Seiten, die schlecht miteinander verbunden sind, ist die Verwendung einer XML-Sitemap sinnvoll. Ebenso, wenn es eine große Anzahl besteht. Erstellt werden kann sie schnell und unkompliziert mit diversen kostenlosen Online-Tools.

No-Go’s bei internen Verlinkungen

Zu vermeiden sind so genannte „Redirects“, also Weiterleitungen, die einen Besucher von einer Website automatisch auf eine andere umleiten. Solche Weiterleitungen werden von der Suchmaschine häufig als Spam identifiziert. Stattdessen sind 301-Weiterleitungen zu verwenden, wenn der Inhalt einer Seite verschoben wurde und über eine neue URL erreicht wird. Die 301-Weiterleitung sorgt für den Erhalt des SEO-Status und dass Besucher zu der gewünschten Ressource gelangen. Wurden einzelne Verzeichnisse gesperrt, beispielsweise durch Anweisungen im Meta-Robot Tag oder durch die robots.txt-Datei, ist es der Suchmaschine nicht möglich, diese HTML-Dokumente komplett zu erkennen. So dienen sie auch nicht der internen Verlinkung. Darüber hinaus sollten gleiche Anchortexte möglichst nie auf unterschiedliche Seiten verlinken.

Fazit

Die OnPage-Optimierung im Sinne des internen Linkaufbaus ist eine zeitaufwendige – aber dennoch dringend erforderliche – Arbeit für jeden Website-Betreiber. Der Aufbau der internen Linkstruktur bildet die Basis für weitere On- und OffPage-Optimierungsmaßnahmen. In Teil 2 unserer Blogartikel-Serie zum Thema „Interne Verlinkungen“ erklären wir weitere nützliche Strategien und No-Go‘s der internen Verlinkung.

Weiterführendes

» Ratgeber zum Kauf & Verkauf von Backlinks
» Ratgeber zum Backlinkaufbau

Quellen:
http://www.sistrix.de/news/seo-basics-interne-verlinkung-optimieren/
http://www.seokratie.de/interne-verlinkung-seo/
http://www.seo-trainee.de/die-interne-verlinkung/
Magazin „Website-Boosting“, S. 94-98, Ausgabe 05/06 2014

written by

Mitgründer von Backlinktest.com - DEM Backlinkchecker :-)

One Response to "OnPage-SEO: Strukturen und Strategien der internen Verlinkung, Teil 1"

  1. Fred says:

    Wobei die Backlinks laut Google immer unwichtiger werden sollen, das haben die ja wohl auch schon mal probiert und sind damit irgendwie gescheitert…… 🙂
    VG
    Fred

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