Das Google Phantom-Update: Was ändert sich?

Veränderungen am Google-Algorithmus sind quasi an der Tagesordnung. Täglich nimmt der Konzern ein bis zwei kleine Änderungen vor, in regelmäßigen Abständen jedoch auch größere Veränderungen, die sich gravierend auf die Positionierung in den Suchmaschinen-Ergebnissen und auf den Traffic auswirken können.

Nicht immer werden diese Updates angekündigt, wie ein Blick in die Vergangenheit und in die Gegenwart zeigt. Solche nicht angekündigten und auch nicht transparenten Updates werden auch gemeinhin als Phantom-Updates bezeichnet.

Das erste Phantom Update

Bereits vor etwa zwei Jahren bemerkten einige Webmaster, quasi über Nacht, drastische Einbrüche in den organischen Suchanfragen – und zwar von bis zu 60%. Experten fanden heraus, dass diese Schwankungen von Google selbst verursacht wurden – durch ein großes Update, welches der Konzern vorher nicht angekündigt hatte und welches von den Usern in der Form auch nicht erwartet wurde. Schließlich sollte bald Penguin 2.0 ausgerollt werden und so lag die ganze Aufmerksamkeit darauf, das Linkportfolio von unnatürlich wirkenden Links zu befreien und den qualitativen organischen Linkaufbau zu pushen. So kam es, dass der Begriff „Phantom-Update“ ins Leben gerufen wurde.

Ende April war es nun wieder soweit: Wer aufmerksam war, konnte ab dem 27. April erneut diffuse Traffic-Schwankungen beobachten, die ihren Höhepunkt in der Zeit vom 4. bis 11. Mai fanden.

Google Core Algorithmus Update

Viele Domains hatten Anfang Mai mit starken Traffic-Schwankungen zu kämpfen. Abfälle von bis zu 60 % waren dabei keine Seltenheit. Wie nun bekannt wurde, hat Google in dieser Zeit den Core-Algorithmus, den Dreh- und Angelpunkt aller Ranking-Algorithmen, geupdated. Allerdings ist nicht bekannt, welche Auswirkungen nun auf einzelne Rankingfaktoren zu erwarten sind.

Aus diesem Grund ist der Begriff „Phantom-Update“ erneut in aller Munde – nun bereits das zweite seiner Art.

Phantom 2: Verlierer und Gewinner

Nun stellt sich natürlich die berechtigte Frage, welche Websites überhaupt von diesen starken Sichtbarkeits-Schwankungen betroffen waren. Sistrix hat hierzu eine entsprechende Studie durchgeführt. Heraus kam: Betroffen waren sowohl kleine, als auch mittlere und große Seiten – und zwar weltweit. Hieraus ließ sich also auch kein sinnvoller Schluss ziehen, welchen Zweck Google mit dem Update verfolgt.

Sistrix hat deshalb das Ausmaß der Traffic-Veränderungen verschiedener Websites genau unter die Lupe genommen. Auffällig ist dabei, dass redaktionell geführte Portale, wie „auto-motor-und-sport.de“, Ratgeberseiten mit hochwertigem Content und sogar viele andere Websites, die zuvor einen starken Traffic-Anstieg verzeichneten, auf einmal zwischen 30 und 60 % des Sistrix-Sichtbarkeit verloren.

Die Gewinner sind dagegen offenbar Beratungs- und Kategorie-Verzeichnisse, deren Sichtbarkeit im Sistrix-Index um etwa 25 % anstieg. Obi profitierte ebenfalls deutlich von den Änderungen am Core-Algorithmus, denn im Gegensatz zu Hornbach, Toom und Co. gewann der Baumarkt deutlich an Zuwachs im Sistrix-Sichtbarkeitsindex. Auffällig ist, dass auch bekannte Marken mit entsprechenden Marken-Domains und hohem Bekanntheitsgrad durch das Update an Sichtbarkeit gewannen und gegenüber Seiten mit hochwertigem Content bevorzugt wurden.

Statement von Google zum Phantom-Update 2

Im Rahmen einer Webmaster-Fragestunde erklärte John Mueller, ein Mitarbeiter von Google Schweiz, dass die starken Verschiebungen nicht in Verbindung mit dem Mobile-Friendly Update stehen, das am 21. April diesen Jahres ausgerollt wurde. Weiterhin bestätigte er, dass nun ab sofort die Qualitätssignale von Websites auf eine andere Art und Weise algorithmisch verarbeitet werden. Dabei stehen sowohl die gesamte inhaltliche Qualität als auch die Benutzerfreundlichkeit von Websites im Fokus.

Fazit
Im Zuge der starken Verschiebungen waren Marken mit großer Bekanntheit die eindeutigen Gewinner. Das Statement von Google zeigt aber auch noch etwas anderes ganz deutlich: Die gesamte Qualität einer Seite ist ausschlaggebend – und in diesem Zuge ist hochwertiger und releveanter Content immer noch ein wesentlicher Aspekt.

Übrigens: Matt Cutts, gibt in diesem erst kürzlich aufgenommenen Video Aufschluss darüber, welche Inhalte von Google als qualitativ hochwertig eingestuft werden. Ebenso gibt es einen schriftlichen Leitfaden mit 23 Fragen, den Website-Betreiber in Betracht ziehen sollten.

Das Thema Suchmaschinenoptimierung sollte immer ganzheitlich, langfristig und im Zuge einer Strategie umgesetzt werden– dann erlebt man auch bei solchen unangekündigten und wenig transparenten Phantom-Updates keine böse Überraschung oder gerät gar ins Hintertreffen.

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